Projekte

PROJEKTE

Der Raum als Instrument (Performance-Aktionen / Workshops)

Der Raum als klanglich-musikalische Entität ist der Ausgangspunkt – er wird zum Musikinstrument! Die einzelnen Bereiche werden quasi zu eigenständigen Sub-Instrumenten, wie verschiedene Bodenbereiche, Fensterscheiben, Wände, Stühle oder Bühnen-Podeste. Auch die Luft wird als Instrument an sich zum Schwingen gebracht. Beim Bespielen dieser einzelnen „Instrumente“ bewege ich mich im Raum und bespiele neben dem musikalischen auch den tänzerischen „Raum“. Ich benutze vorwiegend perkussive und Universal-Spieltechniken.

Ich brauche nur minimale Hilfsmittel, wie „Reibe-Schlägel“ oder „Elastix“. Ansonsten sind die Hände, die Füße, der ganze Körper die Klangerzeuger mit denen der Raum zum Klingen gebracht wird. Die Bewegung im Raum wird dabei zu einem zentralen Moment der von dem Klangereignis nicht getrennt werden kann. Körper und Raum verschmelzen im Prozess der Klangerzeugung quasi zu einem interdependenten Resonanzkörper.

Raum als Ressource

Ein- und derselbe Raum kann so viele verschiedene Funktionen und Sphären annehmen. Es ist diese Umdeutung oder Vieldeutigkeit von Räumen, die ich faszinierend finde. Der gewöhnliche Fußboden kann sich in einem Moment zu einem anspruchsvollen Musikinstrument verwandeln mit musikalisch-künstlerischen Elementen wie Tonhöhen, Klangfarben und deren rhythmischer Einordnung – um kurz darauf wieder seine „ursprüngliche“ Funktion anzunehmen. Diese Verschiebungen der Aufmerksamkeit / Fokussierung sind Entscheidungen, die wir bewusst, aber häufig eher unbewusst, treffen.

Als Musikinstrument ist der Raum gleichzeitig eine Bühne, Fläche für Bewegungsabläufe, ein Raum / Ort des Klingens und Geschehens.

Es ist alleinig die innere Entscheidung, die den Moment zu einem musikalisch-künstlerischen Moment werden lässt.

Mit Vorliebe bespiele ich Museumsräume, Galerien, Theater-Bühnen, spirituelle Räume, und generell großräumige überakustische Flächen. Auch öffentliche Räume und Nicht-Kunst-Räume, wie Industrieflächen oder große Hallen und Büroflächen, können bespielt werden.

Für mich stellt sich die Frage, inwieweit wir Instrumente brauchen, bzw. wann und wie ein Gegenstand zum Musik-Instrument wird. Aus diesem Gedanken hat sich im Laufe der letzten Jahre mein Konzept entwickelt: das zu bespielen, was schon da ist, das was mich umgibt und was schon eine eigene Klangqualität hat.

Dies ist für mich eine gesellschaftliche Aussage: ich greife auf die Ressourcen zu, die mich unmittelbar umgeben. Ich bin nicht abhängig von zusätzlichen materiellen Gütern. Ich werde zu einem „musikalischen Selbstversorger“. Konzepte nachhaltiger, minimalistischer und achtsamer Lebensstile mit gesellschaftlichem Transformationspotential sind hier anschlussfähig.

Umsetzungsmöglichkeiten: Performances / Happenings / Interventionen und Laborphasen / Workshops

Duo Mertin Niznik

Holger Mertin & Justyna Niznik

Das Duo Holger Maik Mertin (Deutschland) und Justyna Niżnik (Polen) ist eine unkonventionelle Kombination von scheinbaren Widrigkeiten. Den gängigen nationalen Stereotypen entgegen ist es in diesem Duo die Polin, die die systematisierte und geregelte Welt der Klassik repräsentiert. Ihr deutscher Partner hingegen bringt ungezügelte Improvisationen aus der Performance-Kunst und globalen Rhythmuskulturen mit.

Aber lassen wir uns nicht von Stereotypen täuschen. In dieser Kombination treffen sich der Musiker und die Musikerin auf halbem Wege, um eine völlig neue, innovative Qualität in Musik und Bewegung zu schaffen, womit sie nicht nur starre Grenzen, sondern auch die Erwartungen des Publikums überschreiten.

Im Repertoire des Duos Mertin-Niżnik finden sich sowohl eigene Kompositionen als auch die bekannten Werke großer Meister – in Arrangements von Geige, Looper und verschiedenen Percussion-Instrumenten, zu denen für Holger neben der Handpan auch der Boden zählt.

Workshops

Lautsphäre

In diesem Workshop behandeln wir unsere Umwelt aus der Perspektive des Hörens.
Wie klingt unsere Umwelt, unsere unmittelbare Umgebung? Wie verorten wir uns in unserer klingenden Umwelt? Wie können wir „störende“ Geräusche in unserer eigenen Lautsphäre einbauen und nutzen? Wie klingen urbane Strukturen, wie ländliche?

Wir unternehmen Klangwanderungen, erlernen den Perspektivwechsel von „innerem & „äußerem Hören“. Wir lernen die Klänge unseres Körpers zu nutzen und spielen mit unserer klingenden Umwelt, mit unserer Lautsphäre.

Der Workshop richtet sich an alle, die einen bewussten und mündigen Umgang mit ihrer klingenden Umwelt erfahren und erlernen möchten

Inter & Transdiziplinarität als Kommunikationsprinzip (in den Künsten)

Es sind Workshops & Arbeitsphasen in diversen Konstellationen auch weit abseits der Musik- und Kunstszene unter Einbeziehung der jeweiligen „Arbeits-Instrumente“ und fachlichen Methoden.

Wie können Spezialisten unterschiedlicher Felder miteinander kommunizieren und voneinander lernen, ohne jeweils Spezialisten in dem anderen Feld zu sein?

Welche Methoden und Formate gibt es, dass interdisziplinärer Austausch fruchtbar wird und nicht nur an der Oberfläche kratzt?

Was muss berücksichtigt werden, damit Musiker*innen und Tänzer*innen oder Naturwissenschaftler*innen und Darstellende Künstler*nnen transdisziplinäre Ansätze entwickeln können?

Welche Dialog- / Austausch-Bedingungen müssen herrschen, damit die Kommunikation fließt – welche Voraussetzungen müssen die Akteur*innen mitbringen? Was ist wichtiger: die allgemeinen Bedingungen für die Kommunikation / den Austausch oder die Voraussetzungen der Akteure?

Reihen

„DRUMS AND MORE“

„Drums And More“, das ist Aktion und Interaktion, temperamentvolles Zusammenspiel und passioniertes Aufeinandertreffen. Das Publikum wird Teil einer kreativen Podiumsdiskussion. Alles ist möglich. Der Konzertbesuch wird zum vollends stimulierenden Erlebnis.

Seit 2009 lade ich Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Kunst ein, um mit ihnen in ein offenes, nicht vorformuliertes Zwiegespräch zu treten.

Der gemeinsame Spaß am Spielen und das spontane Entwickeln neuer Ideen im Live-Kontext sind der Ausgangspunkt, der immer wieder für überraschende und spannende Ergebnisse sorgt.

Zu meinem Instrumentarium zählen Handpan, Gongs, Overtonedrum, oder Waterphone, sowie auch Alltagsgegenstände und die mich in der Performance umgebenden Fußböden und Oberflächen. Die Umgebung wird dadurch zu einem Instrument, das ich aufgrund der immensen Freiheit und der großen Gestaltungsmöglichkeiten sehr mag.

„Drums And More“ weckt als Konzertreihe die musikalische Abenteuerlust. Sowohl auf der Bühne, als auch und beim Publikum.

Bisherige Gäste

Jaki Liebezeit (Can), AnnenMayKantereit, Milan Sládek (Pantomime), Hayden Chisholm (Saxophon) & Echo Ho (Electronics), das Ballett des Theaters Pforzheim, Jonas Burgwinkel (Schlagzeug), Eberhard Kranemann (Ex-‚Kraftwerk‘), Sebastian Studnitzky (Trompete, electronics), Liron Man (Hang), DJane Marcelle (Electronics), Paul Shigihara (Gitarre), Ali Haurand (Kontrabass), Justyna Niznik (Barockgeige), Kirvem Davul Zurna (ost-anatolische Musik), Roland Peil (Perkussion), Maria Jonas (Gesang), Martin Sasse (Klavier), Florian Ross (Klavier), Matthias Hautsch (Gitarre), Qualitätsdada (Dada-Performance), Rick Kam & Phuong Tuong (Tanz), Nina Patrizia Hänel & Philine Herrlein (Tanz), Raphael Mürle (Figurentheater), Klaus Marquardt Geige), Christoph Neuhaus (Gitarre)